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Jan/09

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Messung der Inflation Teil I

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat als oberstes Ziel, der deutschen Bundesbank folgend, die Preisstabilität zu gewährleisten. Es handelt sich nicht um die Preisstabilität einzelner Preise, dies wäre bei Millionen von Produkten unmöglich, sondern um die Stabilisierung des Durchschnitts aller Preise. Wenn das allgemeine Preisniveau ansteigt, dann sinkt die Kaufkraft bzw. der Wert des Geldes. Das anvisierte Ziel der EZB ist es, die Inflation gerade so unter 2% zu halten. Um diese Zielerreichung kontrollieren zu können, müssen die Veränderungen des Preisniveaus gemessen werden können. Die Messung der Preisentwicklung geschieht anhand ausgewählter Güter und Dienstleistungen, die in einem repräsentativen Warenkorb gewichtet werden. Daraus kann man einen sogenannten Preisindex errechnen. Ein Warenkorb für eine Hausfrau unterscheidet sich natürlich von dem Warenkorb eines Einzelhändlers. Dem wird Rechnung getragen, indem verschiedene Warenkörbe zusammengestellt werden, um daraus dann den jeweiligen Preisindex zu berechnen. Der bekannteste Preisindex ist der für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte. Dieser soll die typischen Ausgaben eines privaten Haushaltes abbilden. Die bei der Zusammenstellung eines Warenkorbes verbundenen Schwierigkeiten sind vielfältig. Die Erfassung von Qualitätssteigerungen bei einzelnen Waren ist schwierig. Computer sind dafür ein gutes Beispiel, obwohl der Preis für einen neuen Computer relativ stabil geblieben sind, ist die Leistung der Rechner immens gestiegen. Die Repräsentation eines festes Warenkorbes nimmt mit der Zeit ab, wenn die Verbraucher z.B. statt teure Produkte, billige Ersatzprodukte im Laufe der Zeit bevorzugen. Man kann Butter z.B. mit Margarine ersetzen.

Beispiel Warenkorb für die Lebenshaltung privater Haushalte 1995:

- Produkte
- Gewichtung im Warenkorb

Ernährung, Getränke, Tabakwaren
17,3 %

Bekleidung, Schuhe
6,9 %

Wohnung, Wasser, Energie
27,5 %

Hausrat, Instandhaltung
7,1 %

Gesundheitspflege
3,4 %

Verkehr
13,9 %

Freizeit, Kultur, Bildung
11 %

Hotels, Cafes, Restaurants
4,6 %

Verschiedenes
8,3 %

Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) soll die Preisentwicklung der Mitgliedsstaaten in der EU abbilden (sogar die von Norwegen, Island und die Schweiz). Die nationalen statistischen Ämter gehen bei dessen Ermittlung einheitlich vor. Nach dem Erreichen eines Höchststandes im Juni und Juli 2008 bei 3,3 %, sank der Verbraucherpreisindex in Deutschland bis Dezember auf 1,1 %. Dies stellt ein deutliches Anzeichen für eine deflationäre Entwicklung (d.h. sinkendes allgemeines Preisniveau, Gegenteil von Inflation) in Deutschland dar.

Quelle I: „Geld & Geldpolitik“ Heft für die Schule; erst einfach, dann immer komplexer…
Quelle II: Verbraucherpreise 2008

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  2. Was ist Inflation?

HVPI · Inflation · Messung · Verbraucherpreisindex

1 comment

  • Finanzblog » Blog Archive » Inflationsrate trotz gestiegener Strompreise im Januar unter einem Prozent · 11. Februar 2009 um 16:01

    [...] Der HVPI, der für den europäischen Bereich berechnete und harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg im Januar dieses Jahres ebenfalls um 0,9 Prozent gegenüber dem Januar des vergangenen Jahres. Im Vergleich zum Dezember ging der HVPI sogar noch stärker zurück als der Verbraucherpreisindex für Deutschland, und zwar um 0,6 Prozent, was 0,1 Prozent mehr an Rückgang bedeutet. [...]

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