Einem Lexikon nach entsteht eine Inflation bei einem Missverhältnis zwischen der volkswirtschaftlich vorhanden Geldmenge und dem Angebot an Waren und Dienstleistungen. Der Wert von Geld wird anhand seiner potenziellen Kaufmöglichkeit festgestellt. Wenn man sich gestern 10 Eier für 10 Euro kaufen konnte, jedoch heute 20 Euro für dieselben 10 Eier zahlen muss, hat sich der Wert des Geldes, des Euro, halbiert. Eine Geldentwertung entspricht einer Inflation, denn dadurch sind alle Waren und Dienstleistungen teurer geworden. Geldentwertung und ein allgemeiner Preisanstieg sind zwei Teile der gleichen Medaille. Anschaulich für den abstrakten Begriff der Inflation ist z.B. die Veränderung des Preises von einem Haus. Gibt es viele mögliche Käufer des Hauses, überbieten sie sich gegenseitig und treiben den Preis des Hauses in die Höhe. Umgekehrt gibt es weniger Käufer als in der vorherigen Situation, dann sinkt der Preis des Hauses. Der Preis hängt nicht nur von der Nachfrage-Seite, also den Käufern ab, sondern auch von der Angebotsseite, also der Menge der Häuser. Sind viele identische Häuser vorhanden, sinkt der Preis des einzelnen Hauses, falls sich die Anzahl der Käufer nicht erhöht hat, gibt es aber nur ein Haus bzw. wenige Häuser, steigt der Preis dieses Hauses. Die Voraussetzung für diese Situation ist natürlich das Vorhandensein eines Marktes, d.h. es gibt überhaupt Käufer und Verkäufer.
Die Inflation kann aus drei Gründen entstehen. Man spricht somit von der Angebots-Inflation, der Nachfrage-Inflation und der importierten Inflation. Die Angebotsinflation besteht in der Preissteigerung von Waren und Dienstleistungen durch z.B. einen Preisdruck auf der Angebotsseite. Die Logik, die dahinter steckt, kann man in mehrere Schritte unterteilen. Beispielhaft würde der erste Schritt in einer Verknappung des Rohstoffes Erdöl bestehen, die nicht durch eine höhere Nachfrage verursacht wurde, z.B. wegen einer künstlichen Drosselung der Erdölförderquoten der Opec-Staaten. Dies treibt dann den Preis für Erdöl in die Höhe, somit hat die Industrie höhere Einkaufskosten und legt sie auf die Waren um, ergo werden die Erzeugnisse teurer. Bei einer durch hohe Nachfrage verursachten Preissteigerung von Erdöl würde man in dem Fall von einer Nachfrage-Inflation ausgehen. Die Art der Inflation, ob an Angebot oder Nachfrage orientiert, wurde in dem Beispiel also entweder von der erhöhten Nachfrage nach Erdöl oder der geringeren Förderquote von Erdöl abhängen. Die dritte Möglichkeit einer Inflation ist die importierte Inflation über eine Währung, diese spielt jedoch bei flexiblen Wechselkursen eine geringfügige Rolle. Die einfachste Art eine Inflation zu erzeugen, wie die Geschichte jedoch immer wieder zeigt, wäre das übertriebene Drucken von Geldscheinen, d.h. eine Erhöhung der Geldmenge. Das Monopol über das Drucken von Geld lag früher in den Händen von Königen und Fürsten, heute liegt es in den Händen von Regierungen oder Notenbanken.
Andre Kostolany, ein bekannter Spekulant, hatte ein ganz einfaches Beispiel für die Inflation. Früher bat ein Bettler um 10 Cent, später um 50 Cent und heute ist daraus ein Dollar geworden. Für Sparer ist die Inflation ein reines Gift, den sie vermindert seine Rendite. Es nutzt einem wenig, wenn man eine sichere Geldanlage mit einem Zinssatz von 3% hat, wenn die Inflation auch 3% beträgt. Bei einem effektiven Zins von 3% und einer Inflation von 3% würde der reale Zinssatz genau Null betragen. Eine niedrige Zinsrendite wird also durch eine hohe Inflation vernichtet. Allerdings sollte man die Berechnung der Inflation genau unter die Lupe nehmen, denn bei diesen Statistiken ist ein immens großer Spielraum gegeben.
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