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Rendite von Aktien, ein Nachtrag

Sonntag, 08. Februar 2009

Eine nicht unbekannte Finanzzeitschrift hat auch die Studie des Fondsverbandes entdeckt, in der Aktienfonds hinsichtlich der Rendite schlecht weggekommen sind. Eine Finanzexpertin rät zu einer ständigen Beobachtung der Finanzmärkte. In meiner Naivität dachte ich der einzige Grund um das eigene Geld in einen Aktienfonds zu stecken, wäre die gute Beobachtungsgabe des Fondsmanagements. Also sollte man das Geld in einen Aktienfonds investieren und die Kapitalmärkte ständig beobachten, ah so. Ein Vertreter des Fondsverbandes rät nicht nur Aktienfonds zu kaufen, sondern auch in Rentenfonds und in Sparpläne einzuzahlen. Und am besten noch mehrmals im Jahr umschichten, dies kann nicht schaden. Es lässt sich nur fragen, wem?

Rendite von Aktien

Donnerstag, 29. Januar 2009

Eine interessante Studie eines Fondsverbandes (!) rückt die Renditeerwartungen von Aktienfonds ins rechte Licht. Bei dem Beispiel wird die Rendite eines monatlichen Sparplans von 1988 bis heute in einem europäischen Aktienfonds berechnet. Der monatliche Anlagebetrag lag bei 100 Euro. Im Fall, dass die Auszahlung des eingelegten Kapitals Ende 2008 erfolgen würde, ergäbe sich eine negative Rendite von 0,4% jährlich. D.h. man hätte jährlich einen Verlust von 0,4% gemacht. Anstatt 24 000 Euro hätte man am Ende nur noch 22 996 Euro zurück erhalten. Es würden alle Fondskosten berücksichtigt. Die Depotgebühren würden die Rendite zusätzlich um 0,1 bis 0,2% jährlich vermindern. Außerdem müsste die Inflation mitberücksichtigt werden. Mit einem Durchschnitt der Inflation von 2% jährlich, ergäbe sich nach diesen 20 Jahren eine Gesamtrendite von -3%. Es ist unnötig zu erwähnen, dass der Einstiegszeit- und Ausstiegszeitpunkt bei Aktien und Aktienfonds eine immens wichtige Rolle spielt. Das Jahr 1988 war offensichtlich kein gutes Jahr gewesen um in einem Aktienfonds zu investieren und Ende 2008 diesen dann zu verkaufen. Es sollte auch unnötig zu erwähnen sein, dass man bei statistischen Analysen immer vorsichtig sein muss. Traue nie einer Statistik, die…

Eine Datenreihe der realen (also schon mit Abzug der Inflation) Rendite von deutschen Aktien zwischen 1955 und 2008 berechnet von Wirtschaftswissenschaftlern der Humboldt-Universität verdeutlicht den bedeutenden Zusammenhang zwischen der Rendite, dem Einstiegszeitpunkt und Ausstiegszeitpunkt. Hier wird also nicht die Leistung von Aktienfonds, sondern direkt die Leistung von Aktien bei einer einmaligen Anlage verglichen. Dies wird anhand ein paar Beispielen im Blue-Chip-Bereich (also solide große Unternehmen) deutlich.

Hätte man 1955 Blue-Chip-Aktien gekauft und 2008 wieder verkauft, würde man nach 54 Jahren eine jährliche Rendite von 6,02% erzielt (wenn man keinen Herzinfarkt bei den vielen Börsencrashs in diesen 54 Jahren erlitten hat). Dagegen bei einem Verkauf der Aktien nach 15 Jahren, also 1970, wäre eine beachtliche Rendite von 9,71% und wäre man 10 Jahre früher (1960) ausgestiegen sogar 24,4%. Hätte man dagegen die Aktien 1999 gekauft und heute nach 10 Jahren wieder verkauft, hätte man jährlich einen Verlust von 1,94%. Beim Einstieg im Jahr 2000 und Ausstieg im Jahr 2005 hätte man sogar Miese in Höhe von 10,72% jährlich gemacht. Ein Sparbrief, angelegt auf 10 Jahre, bringt aktuell z.B. 4,75% im Jahr, sogar kurzfristige Tagesgeldanlagen schaffen es, 4% zu erwirtschaften.

Die Konsequenzen eines schlechten Timings bei der Geldanlage Aktien veranschaulicht ein historisches Zeitdokument mit Margaret Shotwell. Die talentierte Pianistin hat 1 Million Dollar 1923 geerbt und dieses Geld im Alter von 19 Jahren bei dem Börsencrash 1929 verloren. Die etwa 10 minütigen Filme wurden damals in den USA in den Kinos vor dem Hauptfilm gezeigt. Dieser Film sollte offensichtlich ein Warnung sein. Ob das so gut gelungen ist, entscheidet selbst.