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Sicherheit von Anlagen in Krisenzeiten

Dienstag, 17. Februar 2009

In der Wirtschaftswoche vom 2. Februar 2009 wurden verschiedene Anlagen wie Aktien, Anleihen, Spareinlagen, Lebensversicherungen, Immobilien und Gold in schweren Krisenzeiten des 20. Jahrhunderts miteinander hinsichtlich ihrer Sicherheit und Rendite verglichen. Es wurden drei Krisen zu diesem Vergleich herangezogen. Dies waren der erste Weltkrieg und die darauf folgende Hyperinflation von 1914 bis 1923, der Börsencrash und die große Depression 1929 bis 1932 und der zweite Weltkrieg und die Währungsreform 1939 bis 1948.

Die Sieger dieser Studie sind Immobilien und Gold. Dagegen sind die schlechtesten Anlagen in den Zeiten von Weltkriegen, Hyperinflation und Währungsreformen Aktien, Anleihen, Spareinlagen und Lebensversicherungen. Die Weltwirtschaftskrise scheint sich dagegen kaum negativ auf die verschiedenen Anlageformen ausgewirkt zu haben, ausgenommen den Aktienmarkt. Die aktuelle Finanzkrise ist am ehesten von den drei Krisen mit der geplatzten Börsenblase des Jahres 1929 und der anschließenden Depression vergleichbar. Die beiden Währungsreformen 1923 und 1948 waren durch vorhergehende Kriege und das unverantwortliche Handeln der Regierenden absichtlich verursacht, zur Kriegsfinanzierung bzw. Schuldenabbau. Die Einrichtung der Bundesbank und ihre Zielsetzung sind direkte Folgen dieser tiefen Einschnitte in das Geldvermögen der deutschen Bürger. Aus dem Grund ist auch die Politik der Bundesbank bzw. der EZB vom Einfluss der Regierungen getrennt worden. Die Europäische Zentralbank hat die Zielsetzung der Bundesbank übernommen und bis jetzt scheint sie ihre Aufgabe, die Wertstabilisierung des Euro, ordentlich zu erfüllen.

Zu dem Mythos Gold und seiner fast esoterischen Anziehungskraft ist schon einiges geschrieben worden. Es sollen noch ein paar ergänzende Bemerkungen folgen. Die Anlageform Gold hat in den letzten Jahrzehnten, seit den 80er Jahren, keine gute Rendite gebracht. Der Goldmarkt ist relativ klein, ähnlich wie der Silbermarkt. Eine Spekulationsblase dieses Edelmetalls würde die Aufsichtsbehörden und die Regierungen schnell reagieren lassen können. Diese könnten den Goldpreis innerhalb kürzester Zeit steil sinken lassen. Entweder würden die Zentralbanken, um das zu erreichen, einen Teil ihrer Goldreserven verkaufen oder die Aufsichtsbehörden den Kauf von Gold einfach verbieten, dies ist z.B. Anfang 1980 bei der Spekulationsblase mit Silber in den Vereinigten Staaten geschehen. Eine andere Möglichkeit des Staates wäre es den Goldbesitz gänzlich für Privatpersonen zu verbieten, geschehen zu Zeiten der Großen Depression, mit drastischen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Insgesamt gesehen, erscheint eine Anlage in Gold nicht besonders attraktiv, außer man würde von einer Hyperinflation und/oder einer Währungsreform mit einer enormen Abwertung rechnen. Die Möglichkeit mit einer Hyperinflation und einer Währungsreform die Staatsschulden los zu werden, ist wegen der Unabhängigkeit der Zentralbanken nicht mehr so leicht gegeben, jedenfalls gilt das für die EZB und die Euroländer. Um das zu erreichen, müsste man aus der Europäischen Union austreten. Die Möglichkeit einer Hyperinflation ist somit stark reduziert. Die Höhe der Inflation ist ebenso von einen vernünftigen Umgang der EZB mit ihren geldpolitischen Instrumenten abhängig.

Die Geldanlage in Immobilien bedarf auch ein paar ergänzenden Anmerkungen. Immobilien verlieren mit der Zeit automatisch an Wert, weil die Bausubstanz mit der Zeit schlechter wird. Dies erfordert in regelmäßigen Zeitabständen Neuinvestitionen. Jeder Hausbauer weiß, dass bei einem Haus quasi immer etwas zu tun ist. Eine Investition ist nur vorteilhaft, falls der Anstieg des Preises des Hauses diesen Abschreibungsbedarf übersteigt. Der Preis hängt nicht nur von der Nachfrage, sondern auch von anderen Faktoren wie der Lage, des Alters, der Ausstattung etc. Preise von Immobilien können bei einbrechender Nachfrage fallen, diese leidvolle Erfahrung mussten Amerikaner, Japaner und aktuell die Polen machen. Ein Haus ist keine Geldanlage, sondern ein Luxusgut, ähnliches gilt für Jachten, Automobile, Kunstwerke und Schmuck. All diese Güter können zu einem Spekulationsobjekt gemacht werden. Entscheidend ist jedoch, dass man Spekulationsobjekte und Geldanlagen trennen sollte, somit lässt sich auch der feine Unterschied zwischen Spekulanten und Anleger erkennen.

Rendite von Aktien, ein Nachtrag

Sonntag, 08. Februar 2009

Eine nicht unbekannte Finanzzeitschrift hat auch die Studie des Fondsverbandes entdeckt, in der Aktienfonds hinsichtlich der Rendite schlecht weggekommen sind. Eine Finanzexpertin rät zu einer ständigen Beobachtung der Finanzmärkte. In meiner Naivität dachte ich der einzige Grund um das eigene Geld in einen Aktienfonds zu stecken, wäre die gute Beobachtungsgabe des Fondsmanagements. Also sollte man das Geld in einen Aktienfonds investieren und die Kapitalmärkte ständig beobachten, ah so. Ein Vertreter des Fondsverbandes rät nicht nur Aktienfonds zu kaufen, sondern auch in Rentenfonds und in Sparpläne einzuzahlen. Und am besten noch mehrmals im Jahr umschichten, dies kann nicht schaden. Es lässt sich nur fragen, wem?

Rendite von Aktien

Donnerstag, 29. Januar 2009

Eine interessante Studie eines Fondsverbandes (!) rückt die Renditeerwartungen von Aktienfonds ins rechte Licht. Bei dem Beispiel wird die Rendite eines monatlichen Sparplans von 1988 bis heute in einem europäischen Aktienfonds berechnet. Der monatliche Anlagebetrag lag bei 100 Euro. Im Fall, dass die Auszahlung des eingelegten Kapitals Ende 2008 erfolgen würde, ergäbe sich eine negative Rendite von 0,4% jährlich. D.h. man hätte jährlich einen Verlust von 0,4% gemacht. Anstatt 24 000 Euro hätte man am Ende nur noch 22 996 Euro zurück erhalten. Es würden alle Fondskosten berücksichtigt. Die Depotgebühren würden die Rendite zusätzlich um 0,1 bis 0,2% jährlich vermindern. Außerdem müsste die Inflation mitberücksichtigt werden. Mit einem Durchschnitt der Inflation von 2% jährlich, ergäbe sich nach diesen 20 Jahren eine Gesamtrendite von -3%. Es ist unnötig zu erwähnen, dass der Einstiegszeit- und Ausstiegszeitpunkt bei Aktien und Aktienfonds eine immens wichtige Rolle spielt. Das Jahr 1988 war offensichtlich kein gutes Jahr gewesen um in einem Aktienfonds zu investieren und Ende 2008 diesen dann zu verkaufen. Es sollte auch unnötig zu erwähnen sein, dass man bei statistischen Analysen immer vorsichtig sein muss. Traue nie einer Statistik, die…

Eine Datenreihe der realen (also schon mit Abzug der Inflation) Rendite von deutschen Aktien zwischen 1955 und 2008 berechnet von Wirtschaftswissenschaftlern der Humboldt-Universität verdeutlicht den bedeutenden Zusammenhang zwischen der Rendite, dem Einstiegszeitpunkt und Ausstiegszeitpunkt. Hier wird also nicht die Leistung von Aktienfonds, sondern direkt die Leistung von Aktien bei einer einmaligen Anlage verglichen. Dies wird anhand ein paar Beispielen im Blue-Chip-Bereich (also solide große Unternehmen) deutlich.

Hätte man 1955 Blue-Chip-Aktien gekauft und 2008 wieder verkauft, würde man nach 54 Jahren eine jährliche Rendite von 6,02% erzielt (wenn man keinen Herzinfarkt bei den vielen Börsencrashs in diesen 54 Jahren erlitten hat). Dagegen bei einem Verkauf der Aktien nach 15 Jahren, also 1970, wäre eine beachtliche Rendite von 9,71% und wäre man 10 Jahre früher (1960) ausgestiegen sogar 24,4%. Hätte man dagegen die Aktien 1999 gekauft und heute nach 10 Jahren wieder verkauft, hätte man jährlich einen Verlust von 1,94%. Beim Einstieg im Jahr 2000 und Ausstieg im Jahr 2005 hätte man sogar Miese in Höhe von 10,72% jährlich gemacht. Ein Sparbrief, angelegt auf 10 Jahre, bringt aktuell z.B. 4,75% im Jahr, sogar kurzfristige Tagesgeldanlagen schaffen es, 4% zu erwirtschaften.

Die Konsequenzen eines schlechten Timings bei der Geldanlage Aktien veranschaulicht ein historisches Zeitdokument mit Margaret Shotwell. Die talentierte Pianistin hat 1 Million Dollar 1923 geerbt und dieses Geld im Alter von 19 Jahren bei dem Börsencrash 1929 verloren. Die etwa 10 minütigen Filme wurden damals in den USA in den Kinos vor dem Hauptfilm gezeigt. Dieser Film sollte offensichtlich ein Warnung sein. Ob das so gut gelungen ist, entscheidet selbst.