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Risikomanagement Teil I

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Eine treffende Beurteilung des eigenen Risikoprofils hängt von mehreren Faktoren ab, im wesentlichen jedoch von dem Anlagezweck bzw. Anlageziel, der Risikoeinstellung, dem Anlagekapital und den Anlageinstrumenten. Zuerst könnte man den Anlagezweck definieren. Dieser könnte z.B. in einer kurzfristiger Gewinnmaximierung, einer dauerhaften Geldanlage oder einer Vorsorgeplanung liegen. Die Risikobeurteilung und damit alle weiteren Faktoren ergeben sich zum Teil schon aus dem Anlagezweck. Nehmen wir beispielhaft als Zweck „Finanzierung des Studiums oder Ausbildung eines Enkels“. Die Anlagedauer ergibt sich schon allein aus diesem Zweck, liegt also zwischen 15 und 18 Jahren. Die Anlage muss ebenfalls sicher sein, d.h. mit einem geringen Risiko. Dies grenzt die Anlagemöglichkeiten (Anlageinstrumente) mit mittleren und hohen Risiko aus. Des weiteren sollte die Frage beantwortet werden, ob das Anlagekapital fest oder dynamisch, d.h. einmalige oder mehrere Zahlungen (monatlich oder jährlich). In diesem Beispiel bestimmt der Anlagezweck die weiteren Faktoren.

Eine andere Möglichkeit wäre es, mit der Risikoeinstellung anzufangen. Nachdem der Anlegertyp feststeht, kann man die Anlageinstrumente, den Anlagezweck usw. bestimmen. Der Anlegertyp könnte nach der eigenen Risikoaversion (Abneigung gegenüber dem Risiko) definiert werden. Bei einer hohen Risikoaversion sollten sichere Anlageprodukte in Betracht gezogen werden wie Tagesgeld, Festgeld oder bestimmte Bundeswertpapiere. Bei einer mittleren Risikoaversion könnten ergänzend bestimmte Fonds oder Staatsanleihen hinzugezogen werden. Bei einem Typ mit geringer Risikoaversion können bei den Anlageinstrumenten auch einzelne Aktien oder Fonds mit hohem Risiko etc. berücksichtigt werden. Hierbei muss der Anlagezweck separat bestimmt werden.

Die nächste Möglichkeit eine Anlagestrategie zu definieren wäre es, beim Anlagekapital den Ausgangspunkt zu setzen. Je größer das Anfangskapital, desto größer die Bandbreite der Anlageinstrumente und die Möglichkeiten eines effektiven Risikomanagement. Bei geringen Kapitalbeträgen ist eine Diversifizierung (Verteilung des Risikos um das Risiko zu minimieren) wegen den Kosten nicht sinnvoll. Als Beispiel könnte man den Betrag von 20 000 Euro nehmen. Hierbei kann man den Anlagebetrag aufteilen und sich eine optimale Anlagestrategie z.B. bezüglich der Risikoeinstellung oder des Anlagezweckes zurecht legen. Ein Typ mit hoher Risikoaversion würde vielleicht 80% des Anfangskapitals auf ein Festgeldkonto und 20% auf ein Tagesgeldkonto anlegen. Ein Typ mit mittlerer Risikoaversion würde vielleicht 50% auf ein Festgeldkonto, 20% auf ein Tagesgeldkonto und 30% in einem Dachfonds oder einem vergleichbaren Fonds anlegen. Während ein Typ mit geringer Risikoaversion 20% auf ein Tagesgeldkonto, 30% auf ein Festgeldkonto, 30% in einem Fonds und 20% in einzelne Aktien anlegen würde. Ein Typ, der nur hoch riskante Geldanlagen tätigt, wäre trotzdem gut beraten ab relativ hohen Anlagesummen sein Risiko auf mehrere riskante Anlagen zu verteilen.