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Die Babysitting-Genossenschaft: die Grundlagen
No comments · Posted by admin in Volkswirtschaft
Um volkswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen zu können, ist es vom großen Nutzen dies anhand von einfachen Vergleichen zu tun. Eine Metapher kann man dann Stück für Stück erweitern um die komplexe Realität analysieren zu können. Falls die Geschichte der Babysitting-Genossenschaft das Leben von einem berühmten Ökonomen wie Paul Krugman verändert hat, sollte man sich nicht davor scheuen, sie kennen zu lernen. Von den Wirtschaftswissenschaftlern Joan und Richard Sweeney zuerst veröffentlicht, wird die Geschichte einer Babysitting-Genossenschaft, die tatsächlich in den 1970er Jahren existierte, erzählt. Eine Gruppe von 150 Paaren hat sich damals zusammengetan um gegenseitig auf ihre Kinder aufzupassen. Als Zahlungsmittel wurden Berechtigungsscheine ausgestellt, die einer Stunde Babysitting entsprachen. Jedes Paar bekam am Anfang dieselbe Anzahl an den Coupons ausbezahlt. Falls es ausgehen wollte, konnte sie das Babysitten mit diesen Coupons bezahlen. Um jedoch nicht zahlungsunfähig zu werden, müsste es auch selbst Coupons durch Babysitten verdienen. Über die Jahre würde so jedes Pärchen theoretisch genau soviel auf die Kinder anderer Paare aufpassen, wie jedes andere Paar oder zumindest wie es selbst ausgehen kann.
Mit diesem Beispiel haben wir die Grundlagen einer Volkswirtschaft gelegt. Die Paare entsprechen den Wirtschaftssubjekten und die Coupons den Zahlungsmittel. Die Paare haben die Auswahl zwischen der Arbeit, des Babysittens und des Konsums, des Ausgehens. Die am Anfang scheinbar gerechte Vergabe der Coupons lässt sich auf die reale Welt natürlich nicht übertragen. Schon allein an dem Beispiel lässt sich über diese Verteilung stundenlang streiten. Das Aufpassen auf die Kinder einer sechs oder acht-köpfigen Familie ist natürlich anstrengender, als das Aufpassen auf nur ein zusätzliches Kind. Ökonomen wie Philosophen können sich vorzüglich über die beste Gerechtigkeitsdefinition streiten. Wir nehmen deshalb einfach halber an, dass alle Paare exakt zwei Kinder haben. Dieses am Anfang einfaches Beispiel ist bestens geeignet um solch schwierige Begriffe wie Rezession, Deflation und Inflation zu erklären.
Nächster Teil: Rezession in der Babysitter-Gesellschaft
Primärquelle: Joan und Richard Sweeney „Monetary Theory and the Great Capitol Hill Baby Sitting Co-op crisis”
Sekundärquelle: Paul Krugman
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