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Apr/10

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Erdöl als Ursache der Wirtschaftskrise

In den letzten 30 Jahren entstand eine Rezession in den USA immer nach einem drastischen Anstieg des Erdölpreises. Unter einer Rezession versteht man im Allgemeinen den Rückgang des realen BIP in mindestens zwei aufeinander folgenden Quartalen. Dies geschah ebenso nach den beiden OPEC-Ölkrisen in den 70ern, wie nach der Ölkrise 1991 während des ersten Krieges im Irak. Im Juli 2008 erreichte der Ölpreis ein Rekordniveau, in realen Preisen vergleichbar mit den Höchstständen von 1981, etwa 147 Dollar pro Barrel Erdöl. Nach Jeff Rubin, einem kanadischen Ökonomen, hat die Belastung durch die sehr hohen Ölpreise die amerikanische Wirtschaft in die Krise getrieben. Hierbei lassen sich zwei entscheidende Folgewirkungen von hohen Ölpreisen erkennen. Die offensichtlichste Folgerung ist der Einfluss von hohen Benzinpreisen auf die Autoverkäufe. Bei hohen Benzinpreisen, diese erreichten den Rekordwert von über 4 Dollar pro Gallone im Juli 2008 (ca. 3,8 Liter, für Europäer ein schon lange nicht mehr gesehener Preis an der Zapfsäule), werden benzinsparende Autos verkauft bzw. Autokäufe verschoben. Die Autos der amerikanischen Hersteller sind jedoch nicht gerade für ihre Sparsamkeit bekannt. Die amerikanische Autoindustrie trägt mit etwa 4 Prozent vor allen anderen Industriebranchen zu dem amerikanischen BIP bei und beschäftigt direkt und indirekt über 6 Mio. Menschen. Sie hat auf Quartalsbasis sogar einen disproportional noch höheren Einfluss auf die Entwicklung des US-BIP. Die Gesamtautoverkäufe (PKW und LKW) erreichten im Mai 2008 mit 1,4 Millionen Einheiten ihren Höhepunkt, seitdem sanken sie schrittweise bis zu 764 Tausend Einheiten im November, etwa 50 Prozent weniger. Im Januar 2009 wurden in den USA lediglich 675 Tausend Einheiten verkauft, ein Tiefpunkt, der zuletzt im Dezember 1981 eingetreten war.

Der zweite Punkt liegt seiner Meinung nach in den niedrigen Zinssätzen und der damit verbundenen leichten Verfügbarkeit von Krediten. Der Grund für die niedrigen Zinssätze lässt sich auf die niedrige Inflation zurückführen, hervorgerufen durch die Globalisierung, die wiederum vom billigen Erdöl (in Form von billigen Frachtkosten) angetrieben wurde. Hoher Ölpreis führt dagegen zu einer erhöhten Inflation, dies verstärkt den Druck bei den Notenbanken Leitzinsen hochzuschrauben um diese zu bekämpfen. Und so wurde die Kreditblase angestochen, die auf billigen Geld beruhte. Bei einer Vorlesung hörte ich vor einigen Jahren, dass die Globalisierung ein irreversibler Prozess ist. Ob das so zutrifft, werden wir alle noch erleben.

Jeff Rubin höchstpersönlich:

Quelle I: Jeff Rubin “Warum die Welt immer kleiner wird – Öl und das Ende der Globalisierung”
Quelle II: Autoverkäufe USA

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Erdöl · Inflation · Wirtschaftskrise · Wirtschaftskrisen

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