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Milton Friedman vs. John Maynard Keynes Teil I
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„Die große Depression wurde durch ein schlechtes Management der Regierung verursacht, nicht durch eine inhärente Instabilität der privaten Wirtschaft.“ Milton Friedman
„Märkte werden durch animalische Geister bewegt, nicht durch die Vernunft.“ John M. Keynes
Der Einfluss der Ökonomen Milton Friedman und John Maynard Keynes war auf die Wirtschaftspolitik im 20. Jahrhundert bis heute von beträchtlicher Reichweite. Beide hatten unterschiedliche Ansichten bezüglich der Entstehung der Großen Depression, und der notwendigen Maßnahmen für eine Lösung der damaligen Krise.
Berühmtheit erlangte Milton Friedman als Verfechter des freien Marktes und Begründer des Monetarismus. Die Wirtschaftswissenschaft vor Keynes hat die Kontrolle der Geldmenge als das zentrale Werkzeug der Steuerung einer Wirtschaft propagiert. Die Notenbank eines Landes kann die Geldmenge u.a. über eine Erhöhung oder Senkung der Leitzinsen steuern. Bei niedrigen Zinsen besteht ein Anreiz für Geschäftsbanken Kredite (Liquidität) an Unternehmen und Privatpersonen zu vergeben. Diese erhöhte Kreditvergabe entspricht einer Erweiterung der Geldmenge. Die Meinung von Keynes war dagegen, dass in einer Depression und bei bereits niedrigen Leitzinsen, eine Erhöhung der Geldmenge ihre stimulierende Wirkung auf die Wirtschaft verloren hat. Deshalb ging Keynes davon aus, dass in diesem Fall nur noch Fiskalpolitik, insbesondere eine Erhöhung der Staatsausgaben, der Wirtschaft helfen kann. Nach Keynes treiben drei Faktoren, privater Konsum, private Investitionen und Staatsausgaben, die Wirtschaft an. Diese drei Faktoren ergeben die aggregierte Nachfrage einer Wirtschaft. Unter privaten Investitionen wird die Kapitalbildung verstanden, also Investitionen in Maschinen, Fabriken etc. Für Keynes war dies der instabile Faktor in der aggregierten Nachfrage. Geschäftsmänner verhalten sich letztendlich irrational und besitzen eine Herdenmentalität (Lemminge). Das sind die „animalischen Geister“ der Geschäftsleute. Aufgrund dieser Mentalität neigen sie zu übertriebenen Investitionen oder zu einer unnötigen Enthaltung von Investitionen. Dieses Verhalten kann eine wirtschaftliche Krise auslösen. Diese kann sich dann zu einer Depression entwickeln, falls sich das Konsumentenvertrauen aufgrund von steigender Arbeitslosigkeit verschlechtert und die Konsumneigung abnimmt.
Friedman war wiederum eher ein Vertreter des wirtschaftspolitischen Konsens vor der Ära Keynes. Die verheerenden Folgen der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre sah Friedman in der unzureichenden Reaktion der amerikanischen Notenbank auf die Krise. Diese konnte die Bankenpleiten zwischen 1930 und 1933 nicht verhindern, hatte also ihre Funktion als sogenannter „Lender of last Ressort“ (Auffangnetz in letzter Instanz) nicht erfüllt. Zwischen 1929 und 1933 sind etwa 13 000 tausend Banken in den USA bankrott gegangen. Die Pleiten haben zu einem Sinken der Geldmenge geführt, was wiederum die aggregierte Nachfrage zum Fall brachte. Die Ersparnisse der US-Bürger wurden beinah ausgelöscht, wodurch sie zur Erhöhung ihres Sparrate, mit negativen Konsequenzen auf den Konsum, gedrängt wurden. Die Federal Reserve Bank hätte die in Schwierigkeit geratenen Banken mit Liquidität in Form von Krediten versorgen sollen.
Die aktuellen Ansätze der Regierungen beim Umgang mit der Finanzkrise beinhalten Elemente der beiden Ökonomen. Die Geldmenge wird durch Zinssenkungen und andere Geldinstrumente der Notenbanken erhöht und die Staatsausgaben sind in Form von Konjunkturpaketen gestiegen. Nebenbei wird die Solvenz der Banken garantiert. Es scheint so, als ob die Staaten beide wirtschaftspolitischen Denkströme ernst nehmen. Jedoch bleibt die Frage, ob dieser Mix der konträren Meinungen die erhoffte Erholung der Wirtschaft bringt.
Quelle I:Krugman
Quelle II: Pongracic
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