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Die ökonomische Erholung von der Großen Depression, Gründe und Ursachen Teil II
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Nach Galbraith, bei einer Anhörung vor dem US-Senat, lassen sich drei Erkenntnisse aus den Erfahrungen der Großen Depression, den „New Deal“ und dem zweiten Weltkrieg ziehen.
1. Die freie Marktwirtschaft ohne Regelungsmechanismen führt nicht notwendigerweise zu einer Selbstkorrektur, d.h. Massenarbeitslosigkeit kann in einer Marktwirtschaft entstehen und hartnäckig bestehen bleiben.
2. Direkte wirtschaftliche Intervention funktioniert am besten, wenn sie der breiten Masse zugute kommt und nicht durch das sogenannte Durchsickern von Oben. Das Durchsickern von Oben ist eine beliebte Theorie in den Wirtschaftswissenschaften. Diese Theorie besagt, dass bei steigenden Vermögenszuwächsen von dem wohlhabenden Teil der Bevölkerung etwas davon nach unten, zu den ärmeren Gesellschaftsschichten, durchsickert und letztendlich alle Gesellschaftsmitglieder davon profitieren.
3. Die letzte Lektion besteht darin, dass zu frühe fiskalische Kürzungen verheerende Folgen haben können. Der einmal eingeschlagen Weg einer Wachstumspolitik sollte bis zum Ende durchgehalten werden.
Die Roosevelt Administration sah den Ursprung der Wirtschaftskrise in dem Börsenabsturz 1929 und dem anschließenden Kollaps des Bankensystems. Der Kern des Problems bestand für sie in einer Kultur der Korruption, der Spekulation und der Selbstbereicherung an der „Wall Street“. Diese Faktoren führten zu einem Vertrauensverlust der Öffentlichkeit in die Industrie- und Finanzkapitäne der amerikanischen Wirtschaft. Unter der „Wall Street“ wird die große Unternehmenswelt verstanden, dazu werden hauptsächlich private Konzerne aus allen Wirtschaftssektoren, aber auch große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Rechtskanzleien und Unternehmensberater gezählt. Mittlere und kleine Unternehmen, sowie Arbeiter und Angestellte werden im Gegensatz dazu in der sogenannten „Main Street“ zusammengefasst. Der erste Eingriff der damaligen Administration, die sogenannten „Bank Holidays“, bestand in der Überprüfung und der Wiedereröffnung von aus ihrer Sicht rettungswürdigen Banken. So ließ sich die Spreu von den Weizen trennen. Des weiteren wurden die SEC, die Börsenaufsichtsbehörde, und die FDIC, der Einlagensicherungsfonds, errichtet sowie der Goldstandard aufgehoben. Die amerikanische Börsenaufsichtsbehörde gehörte bis vor wenige Jahre zu dem strengsten Aufsichtsorgan der Welt. Ihre Kompetenzen würden in den zurückliegenden Jahren jedoch immer weiter beschnitten, um die USA als Finanzmarkt wettbewerbsfähig zu erhalten. Die FDIC entstand direkt aus den Erfahrungen der massiven Bankenpleiten in den 1930er Jahren. Die Einrichtung dieses Institutes konnte bei der aktuellen Krise erfolgreich ein sogenanntes „Bank Run“ verhindern. Ein „Bank Run“ stellt die Situation dar, wenn die Einlagen von den Bankkunden in großer Anzahl abgezogen werden, falls berechtigterweise oder auch nicht, die Bank als unsicher angesehen wird. Dieses Ereignis führt dann auf jeden Fall zu einer Insolvenz der betroffenen Banken. Auch der „Glass-Steagall Act“ geht auf die Roosevelt Administration zurück. Hierbei wurde der Bankensektor in Investmentbanken und kommerzielle Banken getrennt, um die riskanten Geschäfte der Investmentbanken von den „normalen“ Geschäften, wie Kontoführung und Kreditvergabe an Verbraucher, zu separieren. Diese Reform ist aktuell in den USA wieder rückgängig gemacht worden. Investmentbanken können nun in Amerika als Universalbanken tätig werden. Und täglich grüßt das Murmeltier…
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