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Jun/10

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Finanzreformen Teil II

Obwohl die ersten beiden Reformpunkte möglicherweise die wichtigsten Maßnahmen wären, sind die weiteren Regulierungsvorschläge nicht zu unterschätzen. Letztendlich wäre für eine dauerhafte Stabilisierung des Finanzsystems ein Gesamtpaket mit darin enthaltenen unterschiedlichen kleinen und großen Reformpunkten vonnöten. Hierzu würden Verschärfung der Bilanzierungsregeln, Finanztransaktionssteuer, Wiedereinführung des Glass-Steagall Act, Ausschaltung des Dreh-Tür-Effektes zwischen Politik und Wirtschaft, Bildung einer Finanzverbraucherschutzbehörde, personelle Verstärkung der Aufsichtsbehörden, striktere Überwachung der US-Notenbank und eine rigorose Aufarbeitung der Finanzkrise. Einige dieser Punkte sind in dem Reformpaket des Senats berücksichtigt worden. So soll z.B. eine Verbraucherschutzbehörde errichtet sowie eine Überprüfung des Verhaltens der FED seit 2007 durchgeführt werden.

Besondere Beachtung verdienen ebenfalls die härteren Regelungen für Verbriefungen und Ratingagenturen hinsichtlich des Moral-Hazard Problems. Bei Verbriefungen soll ein Teil des Risikos bei dem Verkäufer bleiben. Der Vorschlag, die Erstbenotung durch die Ratingagenturen unabhängig von dem Auftraggeber zu gestalten, könnte das Moral-Hazard Problem entschärfen. Jedoch unabhängig von dem Auftraggeber bleiben Interessenkonflikte bestehen. Momentan ist die Abhängigkeit der Agenturen von der Privatwirtschaft dominant, deren Ersatz durch die Abhängigkeit von Staaten beugt bestimmten Gefahren vor, kann jedoch unter Umständen andere schaffen. In dem Sinne sollten eher gesetzliche Anforderungen, analog zu den Wirtschaftsprüfern, bezüglich der Ratingagenturen entwickelt werden. Dabei ist die Offenlegung der Prüfungskriterien und Berechnungen unabdingbar. Des weiteren sollten die Agenturen nur eine bestimmte Zeit lang einen Kunden bzw. deren Produkte bewerten können und sich turnusmäßig abwechseln. Letztendlich bleibt jedoch eine berechtigte Skepsis bezüglich der Umsetzung der Reformpläne, die Widerstände dagegen sind enorm. Sogar die EU ist ebenfalls hinsichtlich des Themas Finanzreformen aufgewacht. Wir dürfen gespannt sein.

PS: Der zwölfte Punkt von ForOurEconomy.org ist ebenfalls interessant. Hierbei geht es um eine rechtliche Verfolgung und den Austausch von bestimmten Spitzenpolitikern, wie z.B. Geithner oder Paulson und bestimmten Unternehmensvorständen. Eine Jura-Professorin in Harvard, Elizabeth Warren wird als empfehlenswerter Ersatz für diese Spitzenpolitiker genannt. Ich bin mir sicher, wir werden noch mehr von ihr hören.

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