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Nov/09

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Immobilienblasen früher und heute

Nach Gjerstad und Smith fing die Immobilienblase bereits im Jahr 1997 an. Zu dem Zeitpunkt wurden in den USA Hausverkäufe von Steuern auf Kapitaleinkünfte, bis zu einer Grenze von 250.000 $ bei Einzelnen und 500.000 $ bei Verheirateten pro Haus, befreit. Die Rezession nach der Internetaktienblase hätte auch den Immobilienmarkt negativ beeinflussen müssen, dies wurde jedoch durch die niedrige Leitzinspolitik effektiv verhindert. Sowohl die Clinton als auch die Bush-Administration verfolgten aggressiv das Ziel einer Ausweitung der Anzahl von Hauseigentümern in den USA, denn ein eigenes Zuhause stellte einen bedeutenden Teil des amerikanischen Traumes dar. Bei den beginnenden Immobilienblasen Ende der 70er und Ende der 80er Jahre wurden die Leitzinsen der FED dagegen stets parallel zu den steigenden Immobilienpreisen angehoben. So konnte sich nach Meinung der Autoren keine große Spekulationsblase im Immobiliensektor entwickeln. Zwischen Ende des Jahres 2001 und 2004 gab es durchschnittlich die niedrigsten Zinsen in den USA seit 1958. Das Interessante hierbei ist, dass sich die steigenden Hauspreise in der Inflationsrate der USA eigentlich hätten widerspiegeln müssen. Bei einer hohen Inflationsrate wäre die FED dann gezwungen, viel früher die Zinsen anheben zu müssen, um die Preissteigerung zu bekämpfen. Jedoch wurde die Bemessung der Inflation von Immobilien seit 1983 verändert. Anstatt die Immobilienpreise zu betrachten, wurden seit dem Zeitpunkt Mieten als Maßstab zur Messung der Inflation herangezogen. Da Mieten jedoch im weit geringeren Umfang als die Hauspreise stiegen, war die Auswirkung auf die allgemeine Inflationsrate enorm verringert. Die Kreativität der amerikanischen Statistiker hinsichtlich der Gestaltung von volkswirtschaftlichen Kennzahlen, nicht nur bezüglich der Inflation, ist erstaunlich. Das führt jedoch regelmäßig zu einer Verfälschung von volkswirtschaftlichen Problemen und daraus resultierenden Unverständnis der Ursachen.

Immobiliencrash – Ursache der Großen Depression?

In dem Artikel wird auch ein interessanter Vergleich mit dem amerikanischen Immobilienmarkt in den 1920er Jahren herangezogen. Ausgangspunkt ist die Frage, weshalb die Vernichtung des Vermögens in dem Dot-Com-Crash von 10 Billionen US-$ dem Finanzsystem nicht halb soviel geschadet hat, wie die Vernichtung von 3 Billionen US-$ bei dem Hypothekencrash 2008. Eine wirkliche Erklärung liefern die beiden nicht, stellen aber folgende Überlegung und einen Vergleich mit der Großen Depression auf. Der Bankenzusammenbruch hätte sich bereits nach dem Börsencrash 1929 einstellen sollen, als die Kreditrückzahlungen der Börsenhändler ausfielen, und nicht erst im Herbst 1930. Die ausstehenden Hypothekenschulden in den USA stiegen von 1920 bis 1929 von 9,35 Milliarden $ auf 29,44 Milliarden $, dies entsprach einer Anstieg der Hypothekenschulden als Anteil am Vermögen der Haushalte von 10,2 % auf 27,2 %. Im Jahr 1929 erreichten die Gewinne im Bankensektor mit 729 Mio. US-Dollar einen neuen Höchststand. Die Banken waren aber massiv an Hypothekengeschäften beteiligt. Erst als sich der Fall der Hauspreise beschleunigte, entstand ebenfalls eine Pleitewelle von Banken in den USA. Die fallenden Immobilienpreise und der damit verbundene Ausfall der Ratenzahlungen sollen die Banken ruiniert haben, jedoch nicht der Börsencrash von 1929.

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Finanzkise · Immobilienblase

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