Nach Gjerstad und Smith fing die Immobilienblase im Jahr 1997 an. Zu dem Zeitpunkt wurden in den USA Hausverkäufe von Steuern auf Kapitaleinkünfte völlig befreit, pro Haus bis zur Grenze von 250.000 $ bei Einzelnen und 500.000 $ bei Verheirateten. Die Rezession nach der Internetaktienblase hätte auch den Immobilienmarkt negativ beeinflussen müssen, dies wurde jedoch durch die niedrige Leitzinspolitik verhindert. Sowohl die Clinton, wie die Bush-Administration verfolgten aggressiv das Ziel einer Ausweitung der Anzahl von Hauseigentümern, ein Teil des amerikanischen Traumes. Bei den beginnenden Immobilienblasen Ende der 70er und Ende der 80er Jahre wurden die Leitzinsen der FED stets parallel zu den steigenden Immobilienpreisen angehoben. So konnte sich nach Meinung der Autoren keine große Blase entwickeln. Vom Ende des Jahres 2001 bis 2004 gab es jedoch durchschnittlich die niedrigsten Zinsen in den USA seit 1958. Das interessante hierbei ist, dass sich die steigenden Hauspreise in der Inflationsrate der USA hätten widerspiegeln müssen. Bei einer hohen Inflationsrate hätte die FED viel früher die Zinsen anheben müssen um diese zu bekämpfen. Jedoch wurde die Bemessung der Inflation von Immobilien seit 1983 verändert. Anstatt die Immobilienpreise zu betrachten, wurden Mieten zur Messung der Inflation herangezogen. Da diese im weit geringeren Umfang als die Preise stiegen, hatte dies auch weniger Auswirkung auf die allgemeine Inflationsrate. Die amerikanischen Statistiker sind übrigens sehr kreativ hinsichtlich der Gestaltung von volkswirtschaftlichen Kennzahlen, nicht nur der Inflation.
In dem Artikel wird auch ein interessanter Vergleich mit dem amerikanischen Immobilienmarkt in den 20er Jahren herangezogen. Ausgangspunkt ist die Frage, weshalb die Vernichtung des Vermögens in dem Dot-Com-Crash von 10 Billionen US-$ dem Finanzsystem nicht halb soviel geschadet hat, wie die Vernichtung von 3 Billionen US-$ bei dem Hypothekencrash. Eine wirkliche Erklärung liefern die beiden nicht, stellen aber folgende Überlegung auf. Die ausstehenden Hypothekenschulden in den USA stiegen von 1920 bis 1929 von 9,35 Milliarden $ auf 29,44 Milliarden $, dies entsprach einer Anstieg der Hypothekenschulden als Anteil am Vermögen der Haushalte von 10,2 % auf 27,2 %. Erst die fallenden Immobilienpreise und der damit verbundene Ausfall der Ratenzahlungen sollen die Banken ruiniert haben, jedoch nicht der Börsencrash 1929.
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