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Die Ursachen der Finanzkrise: Wirtschaftsliberalismus oder Sozialismus, d.h. vereinfacht Laissez-Faire Ökonomie oder zu viele Staatseingriffe ? Teil II
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Vielleicht noch deutlicher geben Harald Schumann und Klaus Engelen der Laissez-Faire Politik die Schuld an der Entstehung der Finanzkrise. Die Anhäufung von Risiken der Fonds und Banken war mangels Aufsicht völlig undurchsichtig geworden. Im Jahr 1998 setzte sich die Leiterin der CFTC (Commodity Futures Trading Commission) Brooksley E. Born in der Arbeitsgruppe Finanzmärkte der Clinton-Administration für eine Regulierung von Kreditderivaten ein. Die CFTC ist eine Aufsichtsbehörde für Terminkontrakte. Jedoch wurde sie damals von drei Personen aufgehalten, Alan Greenspan, Leiter der FED, Robert E. Rubin, Finanzminister und Arthur Levitt Jr., Leiter der SEC (Security and Exchange Commission, die Börsenaufsichtsbehörde der USA, ähnlich wie die BAFIN in Deutschland). Im Jahr 1999 hörte sie bei CFTC auf. Ein ähnlicher Fall betraf David Andrukonis, den Chief Risk Officer (Leiter der Abteilung Risikomanagement) von Freddie Mac (einer der größten Kreditgeber der USA im Bereich Immobilien). Die Warnungen im Jahr 2004, dass die Anzahl und Höhe an Hypothekenkrediten dieser Bank im Subprime-Bereich (minderwertige Kredite von Schuldner mit schlechter Bonität) ein enormes Risiko für das Unternehmen und die gesamte US-Wirtschaft darstellten, kostete ihn wahrscheinlich im Jahr 2005 seinen Job.
Im Jahre 2004 erlaubte die SEC den großen Investmentbanken der USA eine Reduzierung der vorgeschriebenen Eigenkapitalausstattung. Ab dem Zeitpunkt durften diese Banken sich im Umfang des vierzig fachen ihres Eigenkapitals verschulden, die im Gegenzug vereinbarte Kontrolle der SEC fand jedoch nicht statt. Ähnlich lasche Regulierung fand auch unter dem englischen Finanzminister Gordon Brown und Premierminister Tony Blair mit dem Ziel das internationale Finanzkapital nach London zu holen und dieser Trend erfasste sogar die rot-grüne Regierung von Schröder in Deutschland. Schumann und Engelen nennen es den internationalen Wettlauf um die geringste Regulierung der Finanzmärkte.
Greenspan selbst äußerte sich mehrmals negativ hinsichtlich einer Regulierung der Finanzmärkte. Seine Annahme war, dass es eine natürliche egoistische Neigung von Investoren gibt, die die eigene Selbstzerstörung verhindert. Dies wäre ein Mechanismus um unnötige und ausschweifende Risiken einzugrenzen. Er scheint sich jedoch angesichts der momentanen Situation der Weltwirtschaft geirrt zu haben. Individueller Rationalismus führt zum kollektiven Irrationalismus, so habe ich es mal gehört. Ein Teil des Problems könnte auch in der Verwechslung von natürlichen und juristischen Personen liegen. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit jedoch irgendwo, und dies wäre die Hauptarbeit, eine präzise Differenzierung vorzunehmen, zwischen den beiden konträren Standpunkten.
Quelle I: tagesspiegel
Quelle II: washingtonpost
Quelle III: usatoday
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